NEOBIOTA PLASTIC Invasive Art – 2018

NEOBIOTA PLASTIC

Faszinierend und erschreckend zugleich: Anfang des 20. Jahrhunderts erfunden als die Allzweckmaterie, formbar, beständig und kostengünstig hat der Kunststoff Einzug gehalten in das komplette Lebensumfeld. Haushalt, Industrie, Kleidung, Kosmetik bis zur Verpackung: Plastik ist überall. Nach nur ein paar Jahrzehnten ist eines der großen Vorteile, seine Langlebigkeit, zum Nachteil geworden: Plastikmüll ist zum globalen Umweltproblem geworden.

2015 wurden 322 Millionen Tonnen Plastik-Produkte hergestellt, davon knapp 1/3 für Verpackungen von denen wiederum 72 % nicht wiederverwertet werden und ein Großteil im Meer landet. Zusammen mit Schiff-Abfall, Mikroplastik und „Geister-Netze“ aus der Fischerei wird das marine Ökosystem gestört, 1333 Tierarten sind beeinträchtigt und sterben an dem Meeresmüll.1

Ich nutzte in meiner Fotoarbeit „neobiota plastic“ die faszinierende, farbige Ästhetik und Struktur von Netzverpackungen, um auf die erschreckende Problematik der Plastikmüllverschmutzung in den Weltmeeren aufmerksam zu machen. Die Netzte sind in einem mit Wasser gefüllten Aquarium fotografiert. Einzelne Luftblasen geben ein Hinweis auf das Trägermedium Wasser, welches die Objekte schweben lässt. Die Aufnahme-Perspektive von unten löst die Netzte aus ihrem Kontext und lässt sie zu einer neuen „invasiven art“ werden.

ARTIST STATEMENT:

Plastik ist überall, formstabil, günstig und praktisch: Sei es die leichte PET-Flasche, Wegwerf-Geschirr oder die Um-Verpackung beim Einkauf. Oft nur kurz benutzt sind sie schnell weggeworfen … und produzieren Müll, der bis zu 400 Jahre braucht sich zu zersetzen und das Ökosystem schädigt.

Umweltbewusster leben, nachhaltig handeln – als Künstlerin habe ich die Chance auf die Thematiken meiner Zeit, die mich persönlich interessieren, einzugehen. Nicht mit erschreckenden Dokumentarbildern, sondern wie Richard Mosse, ein zeitgen. Fotokünstler sagt: „Schönheit ist die beste Waffe, sie kann dafür eingesetzt werden die Sinne zu wecken“.

Die Bilder sollen über den ästhetischen Anspruch hinausgehen und in Verbindung mit dem Konzept den Betrachter nachhaltig anregen sich mit seinem eigenem Plastikkonsumverhalten auseinander zu setzten.

1WWF_Faktenblatt_Plastikmuell_2017 / https://www.wwf.de/themen-projekte/meere-kuesten/plastik/unsere-ozeane-versinken-im-plastikmuell/

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